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Urlaub in Alcatraz 20.07.2002 - 10.08.2002

 

Die Abreise

 Es hätte mich ja schon einen Tag vorher stutzig machen müssen: Die Dosis wurden plötzlich so unruhig, gingen nicht wie sonst früh aus dem Haus, sondern räumten lauter Dinge zusammen, die sie in Taschen und Körbe stopften. Ständig liefen sie treppauf und treppab und immer mehr von diesen Sachen verschwanden in unserem Auto. Am nächsten Tag, einem Samstag, haben die Dosis mit mir gefrühstückt und sich so gefreut, als ich fröhlich ein wenig Parmesan in mich reinstopfte. Eine halbe Stunde später schon wurde ich ziemlich müde und Dosine schnappte mich und legte mich in meinen Skipper. OH SCHRECK, da wusste ich schon, dass wir auf Reisen gehen, aber es war zu spät, um mich zu wehren.

Unser kleines Auto war voll bepackt mit MEINEN Sachen: meinem neuen Urlaubskratzbaum, meinem Klo, meinem Katzenstreu, meinem "Borelli", meinen Spielsachen, meinem Futter, meinen Leckerlis, meiner Schmusedecke, meiner Bürste, meinen Näpfen und natürlich meinem "Alcatraznetz" mit viiiiielen Kabelbindern. Die Dosis hatten auch ein paar Kleinigkeiten für sich eingepackt: die Dosine ihr Notebook und der Dosi seine Koffereisenbahnanlage mit viiiiiiel Zubehör :-). 

Volle 2,5 Stunden dauerte die Fahrt und ich protestierte nicht so laut wie sonst, weil ich einfach zu müde von dem Parmesanschmaus war. Ich vermute, dass die Dosis mir da nicht nur Parmesan untergejubelt haben und ich bin darauf reingefallen..... Während der ganzen Fahrt hat die Dosine den Skipper mit mir drin auf ihrem Schoß gehabt und ich bin sogar einmal ganz kurz eingeschlafen – aber nur gaaaanz kurz. 

Endlich hielt das Ungeheuer-Auto an und die Dosis sagten zu irgendwelchen Zweibeinern "Guten Tag". Ich fauchte vorsichtshalber erst einmal aus meinem Skipper raus. Man kann ja nie wissen und schaden tut das ja nicht. Dann erkannte ich die Wohnung wieder: Es war „Alcatraz“ vom letzten Jahr und ich war eigentlich ganz zufrieden, denn da hatte es mir ganz gut gefallen. Die Dosis ließen mich erst einmal in meinem Skipper und ich verhielt mich ganz ruhig. Sie holten alle die Sachen in die Wohnung, die sie ins Auto gepackt hatten und dann montierten sie das Alcatraznetz, damit ich keine Chance hatte, auszubüxen.  

Als alles fertig gerichtet war, waren die Dosis schweißgebadet und ich marschierte stolzen Hauptes aus meinem Skipper. Oh ja, ich habe gleich wieder alles erkannt, auch den traumhaften riesengroßen Balkon und ich war glücklich. 

Johnnie’s Überraschung 

Die Dosis stellten mir ein Päckchen hin und ich freute mich sehr, denn es war von meinem Johnnie, es waren lauter Leckereien und eine süße Karte für mich drin und ich war ganz selig. Der Johnnie wollte nämlich meine Urlaubsadresse haben und da hoffte ich schon, dass er mir mal eine Karte schreibt, aber ein richtiges Päckchen, das war eine echte Überraschung und der Urlaub fing toll an. 

Weil es mir mit Dosi’s Handy gelang, ein Dankes-E-Mau an Johnnie zu schreiben, hatte er die Handy-Nummer von meinem Dosi und dann auch noch die von meiner Dosine und wir haben uns jeden Tag einige SMS geschrieben, das war sehr schön und wenigstens ein kleiner Ersatz für ein E-Mau. 

Wieder Pferdeungeheuer 

Erlebt habe ich im Urlaub nicht soooo viel, weil die Dosis schwer auf mich aufpassten. Ich war immer nur unter Aufsicht auf dem Balkon und wenn sie weggingen, dann haben sie alle Fenster sorgfältig zugemacht. Der neue Kratzbaum war wirklich ganz super und ich habe ihn von Anfang an gemocht. 

Leider kamen sehr oft die gleichen Ungeheuer wie letztes Jahr am Balkon vorbei. Es waren wieder diese Pferde, die sooooo laut laufen und ich glaube, dass mein Freund Johnnie ganz schön tapfer ist, weil er ja sogar einen eigenen Pferdestall hat. Ich jedenfalls bin jedes Mal mit weit aufgerissenen Augen ins Wohnzimmer gerannt. Die vielen Traktoren, die meine Dosis viel lauter als die Pferde finden, haben mir nichts ausgemacht, aber immer, wenn es Klack-Klack machte und immer lauter und lauter wurde, da wusste ich, es kam wieder so ein Ungeheuer die Straße entlang. 

Einmal war ich der Meinung, dass die Dosis trotz Radfahren doch ganz schön faul waren. Deshalb - und natürlich nur deshalb :-) - habe ich die gefüllte 5 l Gießkanne auf dem Balkon umgeworfen. Da hättet ihr mal meine Dosis sehen sollen, wie sie rannten, um die "Wassermassen" aufzuwischen, bevor sie vom Balkon tropfen - hat mir guuut gefallen. 

Ein Unwetter 

Einmal war es ganz fürchterlich heiß und alle Zweibeiner stöhnten. Die Dosis waren den ganzen Tag mit ihren Fahrrädern am See gewesen und mehr im See als draußen. Sie fuhren zu mir nach Hause, weil der Himmel ganz doll schwarz wurde und saßen gemütlich mit mir auf dem Balkon. Nach einiger Zeit bemerkten sie, dass ich verschwunden war und Dosine sagte zum Dosi, dass Tiere sehr wohl merken, wenn ein schlimmes Unwetter, Erdbeben oder so im Anmarsch ist. Dosine meinte mit Blick zum schwarzen Himmel: „Wenn Penny unter den Betten sitzt, dann wird es wohl was Schlimmes geben.“ Und wo war ich? Tatsächlich ganz hinten unter den Betten. Und schon ging’s los. WOW, das hat vielleicht gegossen und sogar kleine Eisstückchen sind vom Himmel gefallen. Und laut war das!!! Unsere Ferienwohnung war nämlich unterm Dach und da waren auch ein paar schräge Fenster. Wie verrückt hat der Regen und die Eisstückchen dagegen geprasselt und es dauerte mehr als eine gute Stunde, bis ich mich wieder blicken ließ.  

Besuche in Alcatraz 

Die beiden Miezen der Vermieter haben mich auch ein paar Mal in Alcatraz besucht. Ich war jedes Mal so baff erstaunt, dass ich sogar das Fauchen und Knurren vergessen habe. Wegen dem Katzennetz war der Abstand zwischen ihnen und mir gerade richtig :-)

Am ersten Wochenende hat uns die Nachbardosine besucht und die Dosis haben mit ihr eine schöne Radtour gemacht. Gegen diesen Besuch hatte ich nichts einzuwenden, weil die Nachbardosine meine ausgedruckten E-Maus mitbrachte, darüber hab ich mich ganz doll gefreut. 

Am zweiten Wochenende bekamen die Dosis Besuch von einem www-Eisenbahn-Freund, den der Dosi bis dahin nur übers Internet kannte. Er kam mit seiner Frau und kleinem Hund, Tina, extra von gaaaaanz weit, um uns kennenzulernen. Hi, hi, wegen MIR konnte der Besuch gar nicht zusammen zu uns nach Alcatraz, weil jeweils einer bei Tina bleiben musste, denn sie haben schon richtig vermutet, dass Tina und ich wohl kein Traumpaar abgeben würden. Zuerst besuchte die Frau Alcatraz und die habe ich gleich ordentlich angefaucht, ich hatte sie schließlich nicht eingeladen. Als später der Eisenbahn-Freund zu uns nach Alcatraz kam, wollte ich ihm auch gleich zeigen, wo’s lang geht, aber der war soooo groß und mächtig, dass ich mich dann doch zurückgezogen habe. Leider ließen mich meine Dosis an den 4 Tagen und an den Abenden, als die Zwei da waren, viel mehr alleine als sonst und ich war sogar ein wenig beleidigt, das hat sich aber wieder gegeben, als die „normalen“ Verhältnisse wieder da waren. 

Aufregung bei der Abreise 

Am Abreisetag, einem Samstag, liefen die Dosis wieder treppauf und treppab und schleppten alle unsere Sachen zum Auto.  

Hi, hi, da dachten die Dosis doch glatt, ich würde wieder auf ihren Parmesantrick reinfallen - NICHT mit mir! Auch der Versuch, die halbe Beruhigungstablette in einem Kitbit zu verstecken, scheiterte kläglich. Schließlich hatte ich - wie fast immer - gewonnen und die Dosis räumten weiter. 

Dann war es soweit: die Dosine wollte mich in den Skipper stecken, ABER ich war verschwunden! Die Dosis rannten durch die ganze Wohnung und durchsuchten alle Zimmer und Schränke: ich blieb verschwunden....Dann kamen ihnen die ersten Zweifel, ob sie beim Runtertragen der ganzen Sachen nicht doch mal die Türe zu Alcatraz offen ließen und die Dosine ging in den Garten und ums Haus und war schon ganz verzweifelt und natürlich wieder mal den Tränen nah. Der Dosi suchte in der Zeit weiter alle Schränke und Zimmer durch. Plötzlich hörte die Dosine den Dosi rufen: „Sie ist hiiiiiier!“  

Tja, ich muss gestehen, dass es schon ein wenig „link“ von mir war, mich unter der Spüle hinter dem Abfalleimer zu verstecken. Da bin ich reingeschlüpft, als die Dosis den Müll rausgenommen haben, aber ich wollte eben nicht Autofahren. Als die Dosis mich schließlich in meinem Skipper hatten, waren sie so erleichtert, dass sie beide fast losgeheult haben, da hat mir meine Aktion schon ein wenig leid getan. 

Na ja: die Nachhausefahrt war dann ein wenig laut, weil ich ständig gegen diese Autofahrt protestiert habe und die Dosis sagten zu mir "selber schuld", nur weil ich die Parmesanpampe nicht gegessen haben. Aber schließlich mussten SIE ja meinen Lärm ertragen, weil sie ja nicht aus dem Auto flüchten konnten :-)

Jetzt bin ich doch froh, dass ich die Autofahrt über mich ergehen ließ, denn ich bin nun mal keine Landkatze und zu Hause ist es doch am schönsten....    

Urlaub im nächsten Jahr 

Weil es mir und den Dosis in Alcatraz so gut gefällt, haben die Dosis gleich wieder fürs nächste Jahr gebucht. Sie haben gesagt, dass sie das gleich machen müssen, weil sonst die Wohnung schon vergeben ist.  Ich bin schon gespannt, was sie sich dann einfallen lassen, um die berühmte Tablette in mich reinzukriegen.....

Außer, dass ich die E-Maus meiner Freunde schon sehr vermisst habe und der Urlaub mit Autofahren verbunden ist, hat er mir supergut gefallen und ich habe hier jetzt ein richtiges Ersatz-Revier.

Wollt Ihr mehr von mir wissen? 

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