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 Spielgefährte Mensch

Lustige Spiele mit der Katze

"Spielen ist doch nur was für Kinder", denkt sich so mancher erwachsene Zeitgenosse. Allenfalls eine gepflegte Runde Skat oder ein diszipliniertes Tennismatch kommen noch in Frage. Tatsächlich unterscheidet sich der ungebändigte Spieltrieb des Kindes erheblich von dem des erwachsenen Menschen. Ganz anders bei der Katze. Bis ins hohe "Greisenalter" lieben es die Samtpfötchen, herumzutollen oder Bällchen hinterherzulaufen.

Natürlich lässt der Spieltrieb erwachsener Katzen nach, bleibt aber dennoch zeitlebens wach. Bereits in ihrer vierten Lebenswoche beginnen Welpen zu spielen. Vor allem zwischen der achten und sechszehnten Lebenswoche erreicht die Spielaktivität der Jungtiere ihren Höhepunkt. Gespielt wird in diesem Entwicklungsstadium eigentlich immer, ausgenommen während der Essens- und Schlafphasen. Von den Elterntieren wird das Spiel ihrer Sprösslinge ausgiebig unterstützt. Die Mütter zeigen sich außerordentlich tolerant gegenüber den "Streichen" der Kleinen. Und um den angeborenen Jagdtrieb der Welpen zu wecken, schafft Mama zunächst bereits erlegte Tiere, später dann aber noch lebendige Beute für ihren Nachwuchs heran, der so spielend das Jagdverhalten und die Geschicklichkeit verbessern kann. Spielen macht also schlau.


Spielen macht schlau

Auch in den heimischen vier Wänden lässt sich der Stubentiger gerne von seinem Menschen zum Spiel verführen. Und dabei sind die Tiere erstaunlicherweise zu weit mehr in der Lage, als man gemeinhin annimmt.
Eine wichtige Grundregel beim Spiel ist, dass man die Hand nicht als Spielobjekt benutzt. Die Hand ist nur zum Streicheln da, andernfalls kann es zu schmerzhaften Verletzungen kommen.

Viele Katzen lieben es, kleine Kunststückchen einzuüben. Natürlich kann man hier nicht von Dressur sprechen. Denn bekannterweise sind Katzen Individualisten und tun nur das, was ihnen Spaß macht. Spielchen dieser Art bedeuten aber eine interessante Abwechslung und wenn das Samtpfötchen dann auch noch mit einem kleinen Leckerbissen belohnt wird, ist es voll und ganz bei der Sache.

"Fang die Maus" ist eines der beliebtesten Katzenspiele, regt es doch direkt den Jagdtrieb an. Einer echten Maus bedarf es dafür nicht. Alles was irgendwie quietscht oder raschelt, erinnert die Katze an das Beutetier. Ein Papierbällchen oder besser noch ein Tischtennisball tun auch ihren Zweck. Ein Ping-Pong-Ball ist auch deshalb ideal, weil es fast unmöglich ist, ihn mit den Pfoten festzuhalten und er immer wieder entwischt - ganz wie ein geschicktes Beutetier.

"Männchen machen" kennt man zwar von der Katze, aber die wenigsten wissen, dass man diese Pose auch trainieren kann. Dafür halte man dem Stubentiger einen Leckerbissen direkt vor die Nase. Dann hebt man das Stückchen immer höher, bis das Tier sich aufrichtet. Sitzt die Katze auf den Hinterpfoten, gibt man ihr die Belohnung zusammen mit dem Kommando "Hoch". Wichtig ist es, das Kunststückchen so oft zu wiederholen, bis der kleine Liebling die Spielregel begriffen hat. Hier wie auch bei allen anderen Tricks gilt aber: Hat die Katze keine Lust, hat es auch keinen Zweck, sie zum Weitermachen zu zwingen. Freiwilligkeit ist oberstes Gebot.
Apportieren ist eigentlich eine Kunst, die man eher Hunden zutraut. Aber auch einige Katzen apportieren leidenschaftlich gern. Hintergrund ist der angeborene Instinkt, Welpen ins Nest zurückzutragen. Wenn Ihr Haustier Ihnen regelmäßig Papierkügelchen oder andere Gegenstände bringt, handelt sich wohl um ein solches Talent. Dann heißt es, die Begabung durch kleine Belohnungen zu bestärken. Wie bei Hunden sollte man die apportierten Gegenstände erneut wegwerfen; Ihrem kleinen Liebling wird's gefallen.

Springen auf Kommando wie Zirkustiere können auch Katzen lernen. Dafür klopft man mit der Hand auf einen Sessel oder einen Stuhl, um die Aufmerksamkeit des Tieres zu wecken. Setzt sie dann zum Sprung an, gibt man gleichzeitig den Befehl "Spring". Nach dem Sprung belohnt man die Katze mit einem kleinen Leckerbissen und Streicheleinheiten. Wiederholt man das Spiel häufig genug, wird der Stubentiger immer auf Kommando springen.

Balancieren gehört für Katzen mit Freilauf zu den Standardübungen. In der Wohnung lässt sich das Balancieren aber auch einüben. Dafür legt man eine mehr oder weniger schmale Latte zwischen zwei Stühle. Wichtig ist, dass die Latte fest aufliegt und nicht wackelt. Katzen sind nämlich vorsichtige Tiere. Dann setzt man die Katze auf einen der beiden Stühle und lockt sie mit einem Leckerbissen auf den anderen Stuhl.
Der Sprung durch den Reifen ist ähnlich leicht zu erlernen. Zunächst hält man den Reifen auf dem Boden zwischen Katze und Leckerbissen und animiert das Tier, durch den Reifen zu gehen. Funktioniert das, hält man den Reifen schrittweise immer höher, bis die Katze gezwungen ist, ihn mit einem Sprung zu durchqueren.
"Nachlaufen" ist eines der einfachsten Spiele. Dafür schleicht man sich leise an die Katze an, die ihrem Instinkt folgend sogleich in Deckung gehen wird. Kommt der menschliche Spielgefährte dem Versteck zu nahe, wird sie daraus hervorspringen und davonjagen. Jetzt läuft man ein Stückchen hinterher und sucht dann gleichfalls Deckung. Jetzt sind die Rollen vertauscht und die Katze wird sich an das "Versteck" des Menschen anpirschen usw.

Vor allem eine Katze, die nur in der Wohnung lebt und keinen Artgenossen zum Spielen hat, ist auf die Zuwendung des Menschen angewiesen. Mindestens eine Stunde intensive Beschäftigung verlangt ein Stubentiger täglich. Andernfalls ist sie völlig unterfordert und verkümmert seelisch und körperlich.
Es sei abschließend noch angemerkt, dass es nicht darum geht, die Katze zum "Zirkusbären" abzurichten; die wichtigste Voraussetzung für das Spiel mit der Katze ist gegenseitiges Vertrauen und Spaß bei der Sache - für beide Seiten!

 


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