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Sind Katzen wirklich Einzelgänger?

Ungeduldig
blickt "Alice av Moskenströmen" aus dem Fenster. Die hübsche
schwarze Norwegische Waldkatze wartet auf die Rückkehr ihrer Schwester
"Aline". Diese musste aufgrund einer Magenverstimmung zum Tierarzt -
fast eine Stunde ist sie nun schon weg. Plötzlich biegt ein bekanntes Auto um
die Ecke; "Alice" wird unruhig und läuft erwartungsvoll zur Haustür:
Man hört näherkommende Schritte, der Schlüssel dreht sich im Schloss und
schon steht "Aline" samt Transportkiste im Flur. Beide Katzen begrüßen
sich stürmisch; fast so als hätten sie sich schon längere Zeit nicht mehr
gesehen.
Das
Gerücht vom Einzelgänger hält sich hartnäckig
Katzenhalter
kennen solche Szenen und berichten von innigen Freundschaften zwischen ihren
Tieren. Dennoch hält sich in der Öffentlichkeit hartnäckig das Gerücht, dass
Katzen unbelehrbare Einzelgänger seien. Auch einige Katzenbesitzer schließen
sich dieser Behauptung rigoros an. "Meine Katze würde nie eine andere in
ihrem Revier dulden", beteuert Ilse Weidner aus Essen und berichtet von
blutigen Kämpfen zwischen ihrer European-Shorthair-Katze und den
selbstbewussten Samtpfoten aus der Nachbarschaft.
Selbstverständlich
gibt es solche Fälle. Katzen, die von klein auf ohne andere Tiere in einem
Haushalt leben, lassen sich später oft nur mit erheblichen Schwierigkeiten an
ein neues Haustier gewöhnen. Manche Stubentiger sind auch eifersüchtig: Sie
wollen die Zuneigung und Liebe ihres Besitzers für sich alleine in Anspruch
nehmen. Jede andere Katze gilt als Konkurrent und wird in die Flucht geschlagen.
| Nächtliche Katzenversammlungen |
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Prinzipiell
sind Katzen dennoch nicht als Einzelgänger zu bezeichnen. Zwar gehen sie
normalerweise nur alleine auf die Jagd und hetzen ihre Beute nicht im Rudel, so
wie es zum Beispiel Löwen tun, aber in anderen Lebensbereichen pflegen sie
eindeutig soziale Kontakte. Dazu gehören unter anderem die nächtlichen
Katzenversammlungen. Kater und weibliche Katzen sitzen in kreisförmigen Runden
zusammen; der Abstand zwischen den einzelnen Tieren variiert zwischen einem und
sechs Metern. Bis heute streiten sich Verhaltensforscher über die Bedeutung
dieser Zusammenkünfte. Einige vermuten, dass sie der Festigung der Rangordnung
dienen, andere glauben, die Katzen-Treffen seien reiner Zufall.
Dabei
sind die Rangstrukturen innerhalb der Zusammenkünfte deutlich geklärt: Der stärkste
und kämpferischste Kater ist der Anführer; die Katze mit den meisten Jungen
steht am Kopf der matriarchalischen Rangordnung. Kastrierte Tiere rangieren auf
den unteren Plätzen der Rangfolge.
Auch
bei Jungkatern kann eine spezielle Form des Sozialverhaltens beobachtet werden:
Es gibt Katerverbände, die - im Gegensatz zu den Katzen-Zusammenkünften -
keine weiblichen Tiere in ihrer Mitte dulden. Meistens bestehen diese Verbände
aus relativ jungen Tieren, die aneinander ihre Kräfte messen.
Viele
Wohnungskatzen genießen den Kontakt zu Artgenossen
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Während Katzen mit Freilauf ihre sozialen Kontakte im nachbarschaftlichen Umfeld suchen, müssen reine Wohnungskatzen gezwungenermaßen mit den Tieren Vorlieb nehmen, die in ihrem künstlichen Revier leben. Wachsen die Katzen miteinander auf, stellt sich in der Regel kein Problem. Lebt bereits ein älteres Tier im Haushalt und man möchte eine Zweit- oder Drittkatze anschaffen, kann es von Vorteil sein, ein junges Kätzchen zu wählen. Es lässt sich leichter integrieren als ein erwachsenes Tier. Gerade Wohnungskatzen, deren Besitzer berufstätig sind, genießen den Kontakt zu Artgenossen. Alleine würden sie verkümmern und vielleicht sogar schwerwiegende Verhaltensstörungen entwickeln.
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Natürlich
pflegen Katzen auch soziale Kontakte mit anderen Haustieren. Freundschaften mit
Hunden und sogar Meerschweinchen kommen häufig vor. Katzen sind nämlich nur
dann Einzelgänger, wenn sie es gerade sein wollen. Deshalb sollte man seinem
Stubentiger die Möglichkeit geben, sich zurückzuziehen, wenn ihm danach ist.
Sobald er Lust hat, wird er auftauchen und den Kontakt zu Artgenossen oder
anderen Lebensgefährten suchen.