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Wie Hund und Katz Schwanzwedeln führt zu Missverständnissen |
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Trotzdem
können Katzen und Hunde Freunde sein
"Die
sind ja wie Hund und Katze!" - Hartnäckig halten sich derartige Sprichwörter
und zielen auf eine konfliktträchtige Beziehung ab. Wer sich jedoch mit den
beliebtesten Haustieren des Menschen auskennt, weiß, dass diese auf einem
traditionsreichen Gerücht basierende Weisheit nicht einfach so hingenommen
werden kann. Katzen und Hunde sind keine Erzfeinde. Zahllose Beispiele beweisen
das Gegenteil: In vielen Haushalten leben Hunde und Katzen friedlich
miteinander. Manche Tiere pflegen sogar innige Freundschaften.
Das
Zusammenleben hat Tradition
Seit
vielen tausend Jahren zählen Katzen und Hunde zu den Haustieren des Menschen.
Katzen wurden bereits bei den alten Ägyptern als Rattenfänger eingesetzt und
waren hoch angesehen; Hunde fanden ihren Einsatz unter anderem bei der Jagd, auf
Kriegszügen und als Wächter von Hab und Gut. Das Zusammenleben - oder
zumindest das "Nebeneinanderleben" - dieser beiden vierbeinigen
Vertreter der Tierwelt hat folglich Tradition.
Das
bedeutet natürlich nicht, dass die Beziehung zwischen Katzen und Hunden immer
ungetrübt ist. Oft sieht man haarsträubende Szenen: Katzen graben ihre Krallen
in zarte Hundenasen; erboste Hunde nehmen zähnefletschend die Verfolgung eines
Stubentigers auf. Selbstverständlich existieren solche Zwischenfälle und sie
kommen nicht von ungefähr.
Die
Körpersprache führt zu Missverständnissen
Katzen
und Hunde verfügen über grundverschiedene Verhaltensmuster. Ihre Körpersprache
differiert und auch ihre Lautäußerungen führen zu gegenseitigen Missverständnissen.
Während Hunde zum Beispiel ihrer Freude durch heftiges Schwanzwedeln Ausdruck
verleihen (Vorsicht: Wedeln kann auch ein Anzeichen für jegliche andere Form
von Erregungszustand sein!), bedeutet bei Katzen das Hin- und Herschlagen des
Schwanzes nichts Gutes. Feliden signalisieren durch das Bewegen des Schwanzes
Missmut und kündigen dadurch unter Umständen einen bevorstehenden Angriff an.
Hunde, die keine Katzen gewöhnt sind, interpretieren das kätzische
Schwanzwedeln leicht als Einladung zum Näherkommen. Folgen sie ihrem trügerischen
Instinkt, kann es passieren, dass sie Bekanntschaft mit den scharfen Krallen
ihres Gegenübers machen.
Die
Katze ihrerseits deutet das Schwanzwedeln des Hundes unter Umständen ebenfalls
völlig falsch: Sie fühlt sich bedroht und stellt sich auf einen Angriff des
Hundes ein. Beide Missverständnisse sind wenig förderlich für eine friedliche
Kommunikation zwischen Katze und Hund.
Ähnlich
verhält es sich mit einer anderen für beide Tierarten charakteristischen
Geste: dem Anheben einer Vorderpfote. Während Hunde durch das Heben eines
Vorderbeines eine Aufforderung zum Spielen signalisieren, bedeutet es bei der
Katze: "Vorsicht! Gleich knallt’s!". Ein katzenunerfahrener Hund
wird die hochgereckte Vorderpfote einer Katze als freundschaftliches Signal
einstufen und unter Umständen ein böses Erwachen erleben. Katzen empfinden
eine angehobene Hundepfote als Aggression.
Eine
gemeinsame Kinderstube ist optimal
Diese
Probleme stellen sich in der Regel nicht, wenn Katze und Hund zusammen
aufgewachsen sind. Bereits in der Kinderstube lernen beide einander zu verstehen
und zu respektieren. Eine solche Konstellation bietet die optimalsten
Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben.
Natürlich
besteht auch die Möglichkeit, Katze und Hund zu einem späteren Zeitpunkt
zusammenzubringen. Die Erfahrung lehrt, dass es prinzipiell einfacher ist, einen
Hund in den Haushalt einer erwachsenen Katze zu integrieren als den
alteingesessenen Stubentiger mit einer neuen ausgewachsenen Katze zu überraschen.
Kommt ein Hundewelpe ins Haus, sollte allerdings peinlichst darauf geachtet
werden, dass ihn die bereits im Haushalt lebende Katze nicht heillos unterdrückt.
Geschieht dies doch, kann es passieren, dass Sie später einen ängstlichen
introvertierten Hund haben oder Sie werden Schwierigkeiten bekommen, Ihren
inzwischen zum Katzenhasser mutierten Hund im Zaum zu halten, sobald er einen
Feliden erblickt.
Anders
verhält es sich, wenn ein Hund das erste Tier im Haushalt war. Sein Verhalten
gegenüber dem neuen Haustier "Katze" hängt stark von seiner
Erziehung ab. Ein korrekt erzogener Hund wird die neue Katze bedingungslos als
Eigentum seines Besitzers akzeptieren und innerhalb kürzester Zeit zum privaten
Haushalt zählen. Das bedeutet allerdings nicht, dass er auch fremden Katzen
wohlgesonnen gegenübertritt. Es kann sogar geschehen, dass er unbekannte
Samtpfoten mit großem Ehrgeiz aus dem heimischen Garten fernhält.
Nicht
jeder Hund ist geeignet
Natürlich
gibt es auch Hunde, die sich Katzen gegenüber generell aggressiv und
unkontrollierbar verhalten. Vielleicht verbinden sie mit dem Anblick einer Katze
schmerzhafte Erfahrungen oder mit ihnen geht einfach der Jagdinstinkt durch.
Jeder Katzenhalter sollte deshalb vor der Anschaffung eines Hundes gründlich über
eine in Frage kommende Rasse nachdenken. Auch wenn es ohne Zweifel vermutlich
bei jeder Rasse Exemplare gibt, die hervorragend auf Katzen sozialisiert sind,
so gelten einige Rassen doch als weniger katzenfreundlich als andere. Jagd- und
Wach- beziehungsweise Schutzhunde stehen im Ruf, in Bezug auf Katzen nicht ganz
unproblematisch zu sein.
Hat
ein Katzenhalter den durchaus lobenswerten Entschluss gefasst, einem herrenlosen
Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu bieten, sollte er den in Frage
kommenden Hund zuvor auf seine "Katzentauglichkeit" testen. Auf
Spaziergängen kann man die Reaktionsweise des Hundes ganz gut unter die Lupe
nehmen. Falls es sich um einen "Katzenhasser" handelt, wird er beim
Anblick einer Katze klare Auskunft darüber geben. Oft können auch die
Mitarbeiter des Tierheims über etwaige Probleme des Hundes mit Katzen Auskunft
geben. Man ist es seiner Katze schuldig, sie nicht zum Zusammenleben mit einem
problematischen Hund zu zwingen, der ihr das Leben daheim zur Hölle macht.
Die
erste Kontaktaufnahme
Hund
und Katze sollten in jedem Fall die Möglichkeit haben, in aller Ruhe
miteinander Kontakt aufzunehmen. Dies geschieht am besten ohne Druck und Stress,
da so etwas das erste Kennenlernen empfindlich stören kann. Wichtig ist auch,
dass sich keines der beiden Tiere in eine Ecke gedrängt wird und sich durch
diese unausweichliche Situation bedroht fühlt.
Eifersucht
vermeiden
Auch
die Eifersucht spielt beim Zusammenraufen von Katze und Hund eine nicht
unerhebliche Rolle. Wenn sich von einem Tag auf den anderen plötzlich alles um
das neue Haustier dreht, kann sich der alteingesessene Hausgenosse schnell zurückgesetzt
fühlen. Dadurch entsteht Eifersucht - sowohl bei Katzen als auch bei Hunden!
Das alte Haustier reagiert dann vielleicht erst recht ablehnend, versteht den
Neuankömmling als direkte Konkurrenz und versucht, ihn mit allen erdenklichen
Mitteln zu vertreiben. Gerade in der ersten Zeit sollte man sich äußerst sorgfältig
um die Bedürfnisse des alten Haustieres kümmern. Es darf keinesfalls zu kurz
kommen und es muss spüren, dass ihm nichts von der Zuneigung seiner Besitzer
verloren geht.
Im
Grunde genommen steht dem Zusammenleben von Katze und Hund also nichts im Wege.
Vorausgesetzt, man denkt vor der Anschaffung über Alter, Rasse und Temperament
der Tiere nach und gibt ihnen genügend Zeit, sich gegenseitig kennen zulernen.