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Die eifersüchtige Katze |
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Wenn
der Haussegen schief hängt
Aufmerksamkeit,
Liebe, Zuwendung... Das ist wohl das mindeste, was ein Stubentiger von seinem
Menschen verlangen darf. Nun sind Katzen auch nicht gerade zurückhaltend, wenn
es darum geht, Forderungen an ihren Halter zu stellen: Durchdringliche Blicke,
einschmeichelndes Um-die-Beine-Streifen, lautstarke Proteste und das Anschleppen
kleiner Spielzeuge machen uns unmissverständlich klar, dass unser Vierbeiner
mehr Aufmerksamkeit fordert.
Solange
wir uns dem Willen des selbstbewussten Stubentigers beugen und artig sein Spielmäuschen
durchs Wohnzimmer schleudern, ist die Welt in Ordnung. Doch sobald uns irgend
etwas ablenkt und unsere Katze von der Befürchtung beschlichen wird, sie sei
nicht mehr der Mittelpunkt in unserem Leben, hängt der Haussegen schneller
schief, als man denkt. Vieles kann die Eifersucht einer possessiven Katze
wecken: Artgenossen, andere Haustiere, zweibeiniger Nachwuchs oder ein neuer
Lebenspartner sind nur einige Beispiele. Wer großen Wert auf eine harmonische
Beziehung mit seinem Stubentiger legt, sollte lernen, die ersten Anzeichen
aufkeimender Eifersucht zu erkennen und schnellstens etwas dagegen zu tun, damit
sich die Situation gar nicht erst verschärft.
Wie
äußert sich Eifersucht?
Wer
seine Katze genau beobachtet, erkennt Stimmungsschwankungen meistens sehr früh.
Eifersucht verändert das normale Verhalten des Stubentigers. Je nach
Temperament und Charakter wird er zwar ganz individuell reagieren, aber: In
jedem Fall sind Abweichungen zum alltäglichen Verhalten eindeutig erkennbar!
Introvertierte
Samtpfoten ziehen sich manchmal ganz einfach beleidigt zurück, sobald ein
vermeintlicher Konkurrent in ihr Leben tritt. Sie distanzieren sich von ihrer
Bezugsperson und kauern in irgendeiner abgelegenen Ecke der Wohnung. Sie haben
keine Lust mehr, mit einem zu spielen und die täglichen Schmusestunden sind
gestrichen. Futterverweigerung und damit einhergehender Gewichtsverlust können
weitere Reaktionen auf die neue Situation sein.
Der
Umgang mit solchen Sensibelchen ist äußerst schwierig. Sie reagieren höchst
empfindlich auf jegliche Veränderung und sind sehr schnell beleidigt. Da sich
introvertierte Katzen niemals von selbst in den Vordergrund drängen würden, um
die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, laufen sie in der Tat Gefahr, zu kurz zu
kommen. Wer bemerkt, dass sich seine Katze zurückzieht, sollte sich ganz
gezielt um sie bemühen. Mit liebevollem Zureden und interessantem Spielzeug lässt
sie sich bestimmt aus der Reserve locken.
Extrovertierte
Gattungsvertreter kämpfen für ihr Recht: Sie werden versuchen, den Störenfried
zu vertreiben. – Wenn es sein muss, mit roher Gewalt. So kommt es relativ häufig
vor, dass sich die alteingesessene Katze mit lautem Grollen und Fauchen auf den
Konkurrenten stürzt und ihm einige schmerzhafte Bisse und Kratzer versetzt. Sie
will demonstrieren, dass niemand etwas in ihrem Revier zu suchen hat. Diese
Verhaltensweise ist natürlich weitgehend auf Situationen begrenzt, in denen ein
neues Haustier (insbesondere eine neue Katze) ins Haus kommt. Gegenüber
Menschen äußern sich die Aggressionen meistens moderater. Zwar können auch
Zweibeiner Opfer kätzischen Aggressionsverhaltens werden, allerdings geschieht
dies in der Regel nur dann, wenn sie auf den verstimmten Stubentiger zugehen und
versuchen, ihn gegen seinen Willen zu berühren.
Eifersucht
gegenüber Menschen äußert sich meistens wesentlich subtiler: Plötzlich
findet man Pfützchen oder Häufchen auf dem heimischen Sofa, die Tapete hängt
in Fetzen von der Wand und die lederne Couch-Garnitur wird von tiefen Kratzern
geziert. Katzen sind erfindungsreich, wenn es darum geht, ihre Unzufriedenheit
zu demonstrieren...
Ursachen
für Eifersucht
Es
gibt wie gesagt viele Auslöser, die bei Katzen zu Eifersucht führen können.
Die häufigste Ursache ist sicherlich die Anschaffung eines neuen Haustieres. Plötzlich
ist ein Eindringling im Revier. Die Situation verschärft sich, wenn das neue
Haustier tatsächlich im Mittelpunkt des Interesses steht: Die Bezugspersonen
der "alten Katze" kümmern sich vermehrt um den Neuankömmling, um ihm
die Eingewöhnung zu erleichtern. Freunde und Nachbarn stürzen sich ebenfalls
entzückt auf das neue Familienmitglied. Da fühlt sich das alteingesessene
Haustier schnell im Abseits. Auch ein neuer Lebenspartner und die Ankunft eines
Babies können so manche Katze im wahrsten Sinne des Wortes rasend machen. Nicht
nur, dass sich ihre ursprüngliche Lebenssituation von Grund auf ändert; oft
dreht sich in solchen Situationen tatsächlich plötzlich alles um den neuen
Partner oder das Kind. Die soziale Einbindung des Stubentigers wird in den
Grundfesten erschüttert.
Allerdings
müssen es nicht unbedingt ein anderes Haustier oder ein Zweibeiner sein, welche
die Eifersucht der Katze wecken: Auch Fernseher, Computer und Bücher scheinen
diese Fähigkeit zu besitzen. Die meisten Stubentiger sehen es überhaupt nicht
ein, dass ihr Mensch völlig unerklärlichen Handlungen nachgeht, anstatt sich
mit ihnen zu beschäftigen. Da werden Computer und Fernseher erklommen, Schwanz
und Beine vor den Bildschirm gehängt und gezielte Attacken gegen umgeblätterte
Buchseiten unternommen. Die Belagerung wichtiger Arbeitsgeräte ist in der Regel
von großer Ausdauer geprägt. Streicheleinheiten, kleine Spielrunden und
Leckerchen helfen allerdings, eifersüchtige Katzenherzen zu erweichen.
Therapie
und Vorbeugung
Wer
seine Katze mag, sollte wirklich darauf achten, ihr keinen Anlass zu übermäßiger
Eifersucht zu geben. Sobald sich erste Anzeichen einer entstehenden Eifersucht
erkennen lassen, sollte man gezielt dagegen vorgehen. Als erstes muss die
Ursache für das veränderte Verhalten der Katze gefunden werden. Das ist
meistens nicht sehr schwierig. Dann sollte man sein eigenes Verhalten gründlich
überdenken: Hat man sich in der letzten Zeit zuwenig um den Stubentiger gekümmert?
Hat sich ein "Konkurrent" in unser Herz geschlichen und den Platz
unserer Katze streitig gemacht?
Ist
dies der Fall, sollte man sich schleunigst darum bemühen, dem Stubentiger
wieder die Liebe und Zuneigung zu geben, die ihm zusteht. Streicheleinheiten
sollten gerecht zwischen mehreren Haustieren aufgeteilt werden, damit sich kein
Tier vernachlässigt fühlt. Hat man wichtige Dinge zu erledigen, bleibt
zwischendurch sicherlich noch etwas Zeit, die man seiner Katze widmen kann.
Futterneid
Futterplätze,
Schlafstellen und Spielzeuge bieten übrigens oft Anlass zu Eifersüchteleien.
Deshalb muss peinlichst darauf geachtet werden, dass jedes Tier seinen eigenen
Futternapf und genügend zu fressen hat. Ansonsten entsteht Futterneid und der
kann im Handumdrehen in einem handfesten Beschädigungskampf gipfeln.
Selbstverständlich muss auch die Aufteilung von Leckerchen gerecht vonstatten
gehen. Weist der Haushalt zusätzlich genügend Spielzeuge und Schlafstellen für
alle Vierbeiner auf, ist unnötiger Eifersucht weitgehend vorgebeugt.
Da
es relativ schwierig ist, das Vertrauen einer eifersüchtigen Katze
wiederherzustellen, sollte man das Aufkommen von Eifersucht möglichst von
vorneherein vermeiden. Ist es erst zu Unstimmigkeiten oder sogar Aggressionen
zwischen den einzelnen Familienmitgliedern gekommen, dauert es unter Umständen
recht lange, bis wieder Frieden einkehrt.
Anzeichen
für Eifersucht:
-
plötzliche Aufdringlichkeit
-
gegen Menschen oder Tiere gerichtete Aggressionen
-
Unsauberkeit
-
Zerstörungswut
-
Introvertiertheit
-
Futterverweigerung
-
Gewichtsverlust
-
Antriebslosigkeit
(Vorsicht!
Alle erwähnten Anzeichen können natürlich auch Symptome ernsthafter
Erkrankungen sein. Im Zweifelsfall sollte der Gesundheitszustand der Katze
gecheckt werden!)