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Meine Geschichte

oder "wie ich bei meinen Dosis Asyl bekam"

Ich wurde vermutlich am 10. September 1991 (dieses Geburtsdatum haben mir meine Dosis gegeben) irgendwo bei Stuttgart geboren.  Meine Dosis wissen das nicht so genau, weil sie, als sie mir Asyl gewährt haben, bereits die 5. waren, die es mit mir versuchten und da war ich erst ca. 14 Monate alt.

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Tja, ich war wirklich etwas wild, das muss ich zugeben, aber ist das ein Grund, dass ich, bevor ich zu meinen Dosis kam, geschlagen und getreten wurde? Die Dosi- Mama von meinem Dosi Jo sagte eines Tages, dass ihre Verkäuferin beim Metzger ein wildes weißes Kätzchen zu ihren vier Katzen in Obhut genommen hatte, weil keiner mit diesem Kätzchen zurecht kam und diese weiße Bestie (ich) alle anderen Katzen beißen würde. Die Dosi-Mama fragte meine Dosis, ob sie sich nicht meiner annehmen würden und nach kurzer Überlegung stimmten sie zu. Sie mögen nämlich Tiere und können es nicht ertragen, wenn ein Tier leiden muss.

Miau, ich gebe zu, dass ich es meinen Dosis nicht gerade einfach machte. Am Anfang konnten sie mich nur zaghaft streicheln, wenn ich gerade geschlafen habe und wehe, ich bin aufgewacht.

Weil ich in meinem "ersten" Leben geschlagen und getreten wurde, hatte ich unheimlich Angst vor Händen und Schuhen. Meine Dosis näherten sich mir immer mit ihrem Gesicht und hatten dabei die Hände auf dem Rücken, so konnte ich sie beschnuppern. Wenn eine Hand sich dabei nach vorne wandte, schnappte ich sofort zu.

Mit der Zeit, es dauerte viele viele Wochen, lernte ich, dass ich von meinen Dosis nicht geschlagen wurde und duldete ein paar zaghafte Streicheleinheiten. Stiefel zogen meine Dosis nicht an, doch wenn sie Gäste hatten, zeigte ich denen schon, wo es lang geht. Das schlimmste waren für mich Stiefeletten und wenn die Gäste auch noch ihre Beine übereinander geschlagen hatten, gab es für mich kein Halten mehr: Ich musste einfach in diese Stiefel hineinbeißen und mit ihnen kämpfen. Mit der Zeit lernten mich alle Gäste kennen und keiner trug mehr solches Schuhwerk :-) Allerdings wollten mich immer alle streicheln, obwohl sie von meinen Dosis immer gewarnt wurden. Sie konnten es einfach nicht glauben, dass so ein harmlos niedlich aussehendes Kätzchen zur Bestie werden kann. Tja, so gingen eben viele Freunde und Bekannte mit Pflastern ausgestattet nach Hause. Inzwischen haben alle gelernt mit mir umzugehen, nämlich: mich einfach in Ruhe zu lassen.  

Das hat sich bis heute nicht geändert. Ich lasse mich nur (!!!) von meinen Dosis streicheln und bin dann so sanft wie ein Lämmchen!  

Angst habe ich vor gar nichts, im Gegenteil, wenn es an der Tür klingelt, bin ich immer die Erste, die nachschaut, wer kommt. Wenn Gäste bei uns sind, würde ich mich nie und nimmer zurückziehen, es könnte mir ja etwas entgehen.  

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