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Wenn die Katze zuschlägt |
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Aggressionsverhalten
gegenüber dem Menschen
"Mandy"
ist vom Ohr bis zur Schwanzspitze auf Angriff eingestellt. Die Ohren der
zweieinhalbjährigen Türkisch-Angora-Katzendame sind leicht nach hinten
gerichtet. Ihre Pupillen haben sich zu schmalen Schlitzen verengt. Beim Anblick
dieses zu allem entschlossenen Gesichtes kann einem wirklich angst und bange
werden. Der gesamte Körper signalisiert, dass es jeden Moment zu einem Angriff
kommen kann. Die Körperhaltung ist leicht geduckt; der Schwanz schlägt
launisch hin und her; die Schwanzhaare sind deutlich gesträubt. Auch die
herrlichen langen Schnurrhaare sind nach vorne gerichtet und verleihen dem weit
geöffneten Maul noch mehr Ausdruckskraft. Laute grollende Töne und zischendes
Fauchen runden die perfekte Angriffsstellung ab. Wer noch immer nicht verstanden
hat, dass er diese Katze besser nicht berühren sollte, ist selbst schuld, wenn
es ein paar kräftige Tatzenhiebe hagelt.
Oft
bleibt es natürlich nicht nur bei ein paar Schlägen mit weit ausgefahrenen
Krallen. Stubentiger sind durchaus dazu in der Lage, vehement zuzubeißen. Wenn
der ansonsten so schmusige Vierbeiner richtig in Rage ist, kann er einen
Menschen - trotz seiner eher bescheidenen Körpergröße - ernsthaft verletzen.
Was
versteht man unter Aggression?
Aggression
ist ein affektbedingtes Angriffsverhalten, das sich gegen Artgenossen oder
artfremde Lebewesen richten kann. Auch Selbstaggression und die Zerstörung von
Gegenständen gehören zum Aggressionsverhalten.
Verhaltensforscher,
Psychoanalytiker und Lerntheoretiker debattieren seit vielen Jahren über die
Entstehungsgründe der Aggression und sind bislang zu keinem einheitlichen
Ergebnis gekommen: Während die psychoanalytische Schule davon ausgeht, dass der
Aggressionstrieb angeboren ist, vertreten Verhaltensforscher wie Konrad Lorenz
die Meinung, Aggression sei die Auswirkung eines auf Artgenossen gerichteten
Kampfinstinktes. Die Anhänger der Lerntheorie hingegen sind der Überzeugung,
dass Aggression nicht anderes ist als eine durch die Umwelt bewirkte
Verhaltensprägung.
Aggression
ist Schutzverhalten
Auch
wenn eine angriffslustige Katze aus unserer Sicht heraus "bösartig"
handelt, darf Aggression nicht als vernichtender Trieb betrachtet werden. Das
Aggressionsverhalten dient in erster Linie dem Eigenschutz und der Arterhaltung.
Der Aggressor möchte Artgenossen oder Artfremde auf Distanz halten und äußert
dieses Bestreben durch gewisse Verhaltensmuster. Das Aggressionsverhalten soll
bewirken, dass sich der Schlüsselreiz (Mensch, andere Katze, Hund) entfernt.
Reichen Drohgebärden und eine angsteinflößende Geräuschkulisse nicht aus, um
den Störenfried fernzuhalten, erfolgt ein Angriff, der sich durchaus zu einem
waschechten Beschädigungskampf steigern kann. Aggressionsverhalten setzt nämlich
stets eine latente Handlungsbereitschaft voraus. Wäre eine Katze prinzipiell
nicht dazu bereit, ihr Gegenüber anzugreifen, würde sie sofort die Flucht
ergreifen und es keinesfalls auf eine handfeste Konfrontation ankommen lassen.
Wann
tritt Aggression auf?
Zielgerichtetes
Aggressionsverhalten ist in der Regel an bestimmte Situationen gebunden. Die
Ursachen willkürlicher Aggression wurzeln eher in einer Verhaltensstörung oder
sind eventuell durch eine Krankheit bedingt. Unter natürlichen Umständen
verhalten sich Tiere aggressiv, wenn es um Rangordnungsfragen, den Beutefang,
die Partnerwahl, den Nachwuchs oder den Eigenschutz geht. Dabei kann sich die
Aggression sowohl gegen Artgenossen (intraspezifische Aggression) als auch gegen
Artfremde (interspezifische Aggression) richten.
Obwohl
Aggressionsverhalten situationsbedingt ist, kann es sich innerhalb ähnlicher
Situationen ganz unterschiedlich äußern: Man unterscheidet Kommentkämpfe,
Beschädigungskämpfe und Kampfspiele. Der Kommentkampf ist eine Art Kräftemessen;
er zielt jedoch nicht darauf ab, den Gegner ernsthaft zu verletzen. Der Beschädigungskampf
geht meistens mit schweren Verletzungen oder der Tötung einer der Kontrahenten
einher. Kampfspiele können vor allem bei Jungtieren beobachtet werden, spielen
jedoch auch bei ausgewachsenen Katzen eine Rolle. Sie haben keinen Ernstbezug
und dienen dem spielerischen Einüben des Kampfverhaltens. Spielaggression,
Angstaggression und Beuteaggression sind die häufigsten Aggressionsformen bei
Katzen.
Schlechte
Aufzuchtsbedingungen können Aggressionen fördern
Wenn
uns der Stubentiger die Zähne zeigt, hat das seine Gründe. Tatzenhiebe und
schmerzhafte Bisse kommen nun mal nicht von ungefähr. Unter Umständen wurde
der Grundstein des Aggressionsverhaltens bereits in die Wurfkiste gelegt:
Schlechte Aufzuchtsbedingungen und eine zu frühe Trennung vom Muttertier können
die empfindliche Seele eines Kätzchens ganz schön ramponieren.
Legt
der Stubentiger ein problematisches Verhalten an den Tag, sollte man die ersten
Lebenswochen des Vierbeiners einmal in aller Ruhe Revue passieren lassen. Hat
man die Katze selbst aufgezogen, ist es relativ einfach, etwaige Traumata
aufzudecken. Stammt die Samtpfote allerdings von einem Züchter, gestaltet sich
die Sachlage etwas schwieriger. Als verantwortungsvoller Katzenkäufer hat man
den Züchter zwar sorgfältig ausgesucht und sein zukünftiges Kätzchen
mehrmals besucht, bevor man es endlich mit nach Hause nehmen durfte und dennoch
war man natürlich nicht die ganze Zeit anwesend...
Da
kaum ein Käufer die Möglichkeit hat, ein Züchterkätzchen rund um die Uhr zu
beäugen und darauf zu achten, dass während der ersten Prägungsphase nichts
schief geht, gibt es nur eine Konsequenz: Man sollte den Züchter so genau wie möglich
unter die Lupe nehmen, bevor man einem seiner Kätzchen ein neues Zuhause gibt.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Ihnen der Katzenzüchter sein gesamtes
Privatleben offenbaren muss! Achten Sie lediglich darauf, wie sich die im
Haushalt lebenden Katzen verhalten; wie sie untergebracht sind und wie der Züchter
mit ihnen umgeht. Der Katzenhaushalt sollte einen gepflegten Eindruck machen und
auch der Züchter sollte eine sympathische Ausstrahlung haben.
Die
Wahl des Kätzchens
Auch
wenn Ihnen das schüchterne Kätzchen, das ängstlich im hintersten Winkel des
Wohnzimmers kauert, am besten gefällt: Lassen Sie die Finger davon!
Introvertierte Katzenkinder neigen eher zu Verhaltensproblemen als
aufgeschlossene zufriedene Kitten, die zutraulich auf jeden Besucher zukommen
und bereits nach einer kurzen Phase des Kennenlernens zum Spielen aufgelegt
sind.
Sicherlich
muss sich nicht jedes zurückhaltende Kätzchen zu einem Problemfall entwickeln.
Letztendlich hängt es vom Einfühlungsvermögen und der Geduld seines Halters
ab, wie es sich entwickelt. Dennoch ist sicherlich nicht zu bestreiten, dass man
es mit einem ausgeglichenen Tier wesentlich einfacher hat.
Haltungsbedingungen
Das
Umfeld der Katze hat eine überragende Bedeutung für ihr Wohlbefinden. Der
Zugang zum Garten und regelmäßiger Freigang kommen den Bedürfnissen der
kleinen Jäger sicherlich entgegen. - Leider hat nicht jeder die Möglichkeit,
seiner Katze Auslauf zu gewähren. Stark befahrene Straßen, intolerante
Nachbarn und andere Faktoren tragen dazu bei, dass viele Samtpfoten zu echten
Stubentigern werden.
Das
alleine ist an und für sich nicht wirklich schlimm. Eine katzengerecht
gestaltete Wohnung, der Kontakt mit Artgenossen und den geliebten Zweibeinern
ermöglichen auch einer Wohnungskatze ein angenehmes Leben.
Allerdings
sollte bei der Wohnungshaltung einiges beachtet werden: Stubentiger schätzen es
überhaupt nicht, den ganzen Tag lang alleine gelassen zu werden. Wer tagsüber
außer Haus ist, sollte dafür sorgen, dass seine Katze nicht vereinsamt.
Vernachlässigte
Stubentiger neigen dazu, Verhaltensstörungen zu entwickeln. Wer seine Katze den
lieben langen Tag alleine in der Wohnung zurückgelassen hat, braucht sich nicht
zu wundern, wenn die Tapete zerkratzt ist oder intensiv riechende Pfützchen auf
dem Sofa schimmern. Unsauberkeit und Zerstörungswut sind Anzeichen für eine
tiefe Unzufriedenheit des Vierbeiners. Aggressionen gegenüber Menschen können
eine weitere Folge sein.
Gesellschaft
von Artgenossen
Am
besten macht man sich bereits vor der Anschaffung der Katze Gedanken darüber,
ob es eventuell möglich wäre, zwei Tiere zu erwerben. Stubentiger sind
gesellige Wesen und der Kontakt zu einem Artgenossen ist für eine Wohnungskatze
eine tolle Sache. Ein Zweibeiner kann einem Tier nun einmal keinen Artgenossen
ersetzen.
Zwei
Katzen (oder sogar eine Katzengruppe) praktizieren sämtliche Varianten des
sozialen Zusammenlebens: Sie spielen miteinander, kuscheln gemeinsam in der
Schlafhöhle, betreiben gegenseitige Ohrenpflege, tragen
Meinungsverschiedenheiten miteinander aus und fressen gemeinsam. Folglich gibt
es immer etwas zu tun und da ist es gar nicht so schlimm, wenn die
Bezugspersonen mal für mehrere Stunden abwesend sind.
Zu
einem katzengerechten Haushalt gehören natürlich auch Kratzbäume, Spielsachen
und Kuschelecken. Eine sterile Wohnung, in der es nur Gegenstände gibt, die den
menschlichen Bedürfnissen dienen, ist für Katzen furchtbar langweilig. Daher
sollte man sich als zukünftiger Katzenhalter mit dem Gedanken anfreunden, seine
Wohnung tiergerecht zu gestalten. Es gibt zwar sicherlich attraktivere
Einrichtungsgegenstände als einen Kratzbaum, aber... Auch Katzen haben ihre
Rechte.
Falsche
Behandlung
Der
Umgang mit Katzen erfordert gewisse Kenntnisse, mit denen sich zukünftige
Katzenbesitzer vor der Adoption eines Stubentigers vertraut machen sollten. Wer
sich über die Bedürfnisse und Ansprüche seiner Katze hinwegsetzt, verursacht
innerhalb kürzester Zeit Verhaltensprobleme, die im Nachhinein nur schwer zu
beseitigen sind.
Im
Gegensatz zu Hunden lassen sich Katzen nur sehr bedingt erziehen. Man sollte
sich daran gewöhnen, dass der Stubentiger seinen eigenen Willen hat und diesen
auch weitgehend respektieren. Wer ein folgsames Haustier haben möchte, das
seinem Besitzer voll und ganz Untertan ist, sollte auf die Anschaffung einer
Katze verzichten.
Katzen
reagieren unter Umständen aggressiv, wenn sie gegen ihren Willen auf den Arm
genommen werden. Wer seine Katze festhält, obwohl sie deutlichen Unwillen
signalisiert, kassiert höchst wahrscheinlich ein paar kräftige Tatzenhiebe.
Wird die Katze in diesem Moment auch noch bestraft, verschärft sich das
Problem. Der Stubentiger bekommt es unter Umständen mit der Angst zu tun und
hegt von nun an eine Aversion gegen den renitenten Zweibeiner. Auch Angst kann
aggressives Verhalten fördern.
Man
sollte seine Katze prinzipiell in Ruhe lassen, wenn sie schläft, frisst oder
mit der Fellpflege beschäftigt ist. Warten Sie einfach, bis der Stubentiger von
selbst auf Sie zukommt. Dann hat er Lust, gestreichelt zu werden oder mit Ihnen
zu spielen und wird sich sicherlich nicht zur Wehr setzen.
Um
auf die Bestrafung zurückzukommen: Schläge und lautes Geschrei sind völlig
ungeeignet, um einen Stubentiger zu bestrafen. Katzen sind hochsensible Tiere
und reagieren äußerst negativ auf rüde Umgangsformen. Greift ein Katzenhalter
häufig zu derartig unangemessenen "Erziehungsmethoden", wird er
innerhalb kürzester Zeit einen völlig verstörten Stubentiger herangezogen
haben, der sich mit allen Mitteln zur Wehr setzt, sobald er in die Enge
getrieben wird. Auf diese Weise hat der Katzenhalter selbst die Grundlage für
aggressives Verhalten geschaffen.
Stress-Situationen
Katzen
mögen keine Veränderungen. Sie legen Wert auf einen geregelten Tagesablauf,
gleichbleibende Bezugspersonen und ein vertrautes Umfeld. Veränderungen
bedeuten Stress und darauf reagieren viele Stubentiger mit bisweilen
unangenehmen Verhaltensänderungen.
Es
gibt viele Umstände, die für eine Katze Stress bedeuten: Aufdringlicher Besuch
ist ein Beispiel. Viele Stubentiger betrachten es als überaus lästig, von
unbekannten Personen angefasst zu werden und reagieren teilweise recht
aggressiv, wenn neugieriger Besuch die Hände in den Katzenkorb reckt.
Als
Katzenhalter sollte man darauf achten, dass die Privatsphäre des Vierbeiners
respektiert wird. Sucht er von selbst den Kontakt zu den Gästen, ist alles in
Ordnung. Zieht er sich jedoch zurück, sollte man das akzeptieren und den
Vierbeiner in Ruhe lassen.
Neue
Bezugspersonen haben es schwer
Auch
der neue Lebenspartner des Katzenhalters kann aus Katzensicht unter die Rubrik
"unerwünschter Besuch" fallen. Nicht selten reagieren Samtpfoten äußerst
abweisend, sobald sich eine relativ unbekannte Person im Katzenrevier breit
macht.
Vielleicht
trauert der Vierbeiner dem "verstoßenen" Zweibeiner nach, vielleicht
weckt "der oder die Neue" auch einfach die Eifersucht im Katzenherz.
Auf jeden Fall ist Diplomatie gefordert. Die Katze muss sich schrittweise an die
neue Bezugsperson gewöhnen und unter Umständen wird sie sich damit Zeit
lassen. Anfangs kann es durchaus zu kleinen Übergriffen und anderen
Antipathiebekundungen kommen. Geduld und Nachsicht helfen, mit solch einer
brenzligen Situation klarzukommen.
Der
neue Zweibeiner kann versuchen, das Katzenherz mit Hilfe von Leckerchen, gutem
Zureden und freundlichen Aufforderungen zum Spielen zu gewinnen. Er sollte sich
davor hüten, ebenfalls eine Antipathie aufzubauen, da solch eine Reaktion ein
harmonisches Miteinander von vorneherein unmöglich macht. Wer glaubt, die
Zuneigung des Stubentigers sei nicht so wichtig, sollte daran denken, dass der
Haussegen auch vom Befinden des Haustieres abhängt. Katzenkenner legen Wert auf
die Menschenkenntnis ihres schnurrenden Vierbeiners und wenn es zwischen der
Katze und dem neuen Lebenspartner kriselt, ist das kein gutes Omen...
Umzug
Ein
Umzug ist eine tiefgreifende Veränderung für eine Katze. Ihr altes Revier löst
sich von einem Tag auf den anderen in Luft auf! Plötzlich ist alles neu und
unbekannt. Umziehen bedeutet Stress und es kann eine ganze Weile lang dauern,
bis sich der Stubentiger an die neuen vier Wände gewöhnt hat.
In
der Zeit der Eingewöhnung sollte man sehr nachsichtig sein. Die Katze ist unter
Umständen stark verunsichert und reagiert eventuell aggressiv, wenn man ihr zu
nahe kommt. Sie braucht etwas Zeit, um sich an die neuen Lebensumstände zu gewöhnen.
Sobald sie sich eingewöhnt hat, wird sie ihre ursprüngliche Ausgeglichenheit
zurückerlangen.
Der
Tagesrhythmus
Aggressives
Verhalten kann auch durch einen veränderten Tagesrhythmus provoziert werden.
War es eine Katze bislang gewöhnt, dass ihre Bezugsperson zu Hause arbeitet,
wird sie es nur schwer akzeptieren, wenn der geschätzte Zweibeiner plötzlich
überwiegend auswärts unterwegs ist.
Die
Katze wird sich einsam und versetzt fühlen. Sie kann nicht verstehen, warum ihr
Mensch auf einmal nicht mehr da ist und kurzerhand das Revier im Stich lässt.
Solche Situationen gehen häufig mit dem Auftreten von Unsauberkeit und
Aggressionen einher. Die Aggressionen können sich sowohl gegen Gegenstände als
auch gegen den Katzenhalter selbst richten. Sensible Katzen reagieren manchmal
auch mit Verhaltensstörungen, die bereits als Selbstaggression gewertet werden
können: Permanentes Belecken bestimmter Körperstellen gehört dazu. Betroffene
Katzen lecken solange, bis offene Wunden entstehen.
Krankheit
Verhält
sich eine Katze plötzlich aggressiv, ohne dass ein ersichtlicher Grund für ihr
offensives Verhalten zu finden ist, sollte man ihren Gesundheitszustand überprüfen.
Es ist möglich, dass sie sich unwohl fühlt oder sogar Schmerzen hat.
Erkrankungen führen meistens zu Verhaltensänderungen und können auch zu
aggressiven Reaktionen gegenüber dem Katzenhalter führen.
Futterverweigerung,
ein schlechter Fellzustand, eine veränderte Kotkonsistenz und Mattigkeit sind häufig
Anzeichen für eine Erkrankung. Sind diese Symptome bei einer Katze zu
beobachten, ist es höchstwahrscheinlich, dass ihr aggressives Verhalten
krankheitsbedingt ist. Ein Besuch beim Tierarzt hilft sicherlich, die
Angelegenheit zu klären.
Wie
gehe ich mit einer aggressiven Katze um?
Geduld
und Verständnis sind gefragt, wenn der Stubentiger garstig ist. Zwangsmaßnahmen
sind völlig ungeeignet und würden die Aggressionsbereitschaft nur noch fördern.
Man sollte überlegen, in welchen Situationen die Katze aggressiv reagiert und
versuchen, riskante Situationen zu entschärfen.
Möchte
die Katze beispielsweise nicht gestreichelt werden, so hat man das einfach zu
akzeptieren. Treten Aggressionen bei der Fellpflege auf, gestaltet sich die Lage
etwas schwieriger: Langhaarige Schönheiten sind häufig auf die menschliche
Mithilfe angewiesen, wenn es um die Körperpflege geht. Umso schlimmer ist es,
wenn sich die Katze aus irgendwelchen Gründen weigert, sich der Pflegeprozedur
zu unterziehen. In ganz extremen Fällen endet die Bürsten-Aversion mit einer
Radikalschur unter Vollnarkose.
Fährt
der Stubentiger beim Bürsten und Kämmen böswillig die scharfen Krallen aus,
hat das einen bestimmten Grund. Vielleicht ist die Bürste ungeeignet oder der
Kamm zu spitz? Vielleicht bürsten wir zu grob und bereiten unserer Katze
Ungemach?
Oft
liegt die Ursache allerdings viel weiter zurück. Katzen sollten so früh wie möglich
an regelmäßiges Bürsten und Kämmen gewöhnt werden. Wurde diese Erfahrung während
der ersten Prägungsphase versäumt, hat es der zukünftige Besitzer schwer. Bürstenscheue
Katzen sind nämlich sehr hartnäckig und entwickeln sich nur in den seltensten
Fällen zu echten Freunden der Pflegestunde.
Da
bestimmte Rassen nun einmal auf regelmäßiges Bürsten angewiesen sind, kommen
wir nicht umhin, ab und zu gegen den Willen unserer Katze zu handeln. Ruhiges
Zureden, sanftes einfühlsames Bürsten und das Belohnen mit einem Leckerbissen
können widerspenstigen Schmusetigern die verhasste Pflege-Session zumindest
etwas versüßen.
Beugen
Sie Aggressionen vor!
Aggressives
Verhalten gegenüber Menschen ist einer der Hauptgründe, der verzweifelte
Katzenhalter dazu veranlasst, sich von ihrem Tier zu trennen. Viele fühlen sich
durch eine solche Situation überfordert und haben Angst, dass unbeteiligte
Dritte oder kleine Kinder zu Schaden kommen könnten.
Der
Kleinanzeigenteil der Zeitungen ist voll von Anzeigen, die erwachsene Katzen
anpreisen. Andeutungen wie "Kitty mag keine anderen Haustiere",
"Minka sollte nicht zu kleinen Kindern" oder "Carlo ist etwas
zickig", lassen tief blicken. Auch ein Besuch im Tierheim bestätigt, dass
aggressive Katzen oft kurzerhand ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben werden.
Viele der Tiere sind völlig verunsichert und fauchen bereits, wenn man sich
ihrem vergitterten Übergangsheim nähert. Die Tierheimleiter leiden unter der
Situation: Schwierige Katzen sind schwer vermittelbar.
Dabei
hat aggressives Verhalten gegenüber Menschen stets eine Ursache und ist somit
weitgehend vorzubeugen! Wer bei der Auswahl seiner Katze gezielt vorgeht, seinem
Tier einen artgerechten Lebensraum einrichtet, ihm katzengerechte Zuwendung und
Pflege angedeihen lässt, wird in den seltensten Fällen Probleme mit seinem
Stubentiger bekommen.
Aggressionsformen
bei Katzen:
Spielaggression:
Diese
Aggressionsform tritt gehäuft bei Jungtieren auf. Anzeichen sind: Angelegte
Ohren, Schwanzschlagen und Ausfahren der Krallen. Kitten müssen lernen, dass es
Grenzen gibt. Ansonsten kann Spielaggression übertrieben werden und zu
Verletzungen führen.
Angstaggression:
Fliehen
oder Kämpfen gehören zum Alltag aller freilebenden Tiere. Die Angstaggression
ist eine Reaktion auf eine gefährliche Situation. Tritt Angstaggression auf,
hat die Katze keine Möglichkeit, der Situation auszuweichen (Vielleicht wird
sie in die Enge getrieben). Eindeutige Anzeichen sind: Angelegte Ohren, eine
zusammengekauerte Körperhaltung und ein eingezogener Kopf. Wird die betroffene
Katze weiterhin durch den Aggressor belästigt, wird sie mit ihren Vorderpfoten
nach ihm schlagen und versuchen, ihn zu umklammern, um zusätzlich die Zähne
zum Einsatz zu bringen.
Beuteaggression:
Die
Beuteaggression ist auf den Jagdtrieb der Katze zurückzuführen. Anpirschen,
Auflauern und blitzschnelles Zuschlagen sind typische Verhaltensweisen. Im
Alltag muss sich Beuteaggression übrigens nicht gegen ein echtes Beutetier
richten: Menschliche Füße, Spielzeuge und Artgenossen können den gleichen
Reiz ausüben.